Mannheim erhält Mobile Stroke Unit
Mannheim (UMM) – Mit ihrer Mobilen Schlaganfalleinheit (Mobile Stroke Unit – MSU) möchte die Universitätsmedizin Mannheim gemeinsam mit ihren Partnern spezialisierte Schlaganfall-Diagnostik an den Einsatzort bringen. Für das Forschungsprojekt steht ein Rettungswagen mit integriertem Kopf-CT zur Verfügung. Dadurch ist eine Bildgebung bereits am Einsatzort sowie die Übertragung der Bilder in die Klinik über ein 5G-Mobilfunknetz möglich.
„Wir gehen von einer Zeitersparnis von rund 30 Minuten aus“, sagt Professor Dr. Michael Platten, Direktor der Klinik für Neurologie an der UMM. „Wenn wir im Schnitt rund eine halbe Stunde gewinnen, kann das für Betroffene einen riesigen Unterschied machen.“
„Wir erwarten, dass durch den Einsatz der MSU deutlich mehr Thrombolysen zur medikamentösen Auflösung des Blutgerinnsels innerhalb der ersten Stunde nach Symptombeginn durchgeführt werden können“, führt Professor Dr. Carolin Hoyer, Leiterin der neurologischen Notfallversorgung an der UMM, aus.
„Die CT-Bilder aus der Mobilen Schlaganfalleinheit erreichen die Universitätsmedizin über das 5G-Netz in Echtzeit direkt aus dem Rettungswagen. Über das telemedizinische System steht das Personal der Klinik direkt mit der Besatzung der MSU in Kontakt und kann die Ergebnisse der Bild-Befundung an das Einsatzteam kommunizieren, als Grundlage für den weiteren diagnostisch-therapeutischen Ablauf“, berichtet Professor Stefan Schönberg, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin.
Liegt ein ischämischer Schlaganfall vor, kann der Neurologe bereits im Rettungswagen eine rekanalisierende medikamentöse Behandlung verschlossener Blutgefäße einleiten.
Die 5G-Mobile Stroke Unit wird bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall von der Integrierten Leitstelle Mannheim zusätzlich zu einem regulären Rettungswagen alarmiert. Zum dreiköpfigen MSU-Team gehört ein Neurologe, ein Notfallsanitäter und eine Medizinische Technologin für Radiologie. Das Fahrzeug wird vom örtlichen DRK zur Verfügung gestellt.




